Thermografieuntersuchung Tropical Island
Wie funktioniert Thermografie?
Jeder Körper strahlt Energie in Form von Lichtwellen im Infrarotbereich ab, sogar noch bei Temperaturen unter 0°C. Die Intensität der Infrarotstrahlung ist sehr stark von der Temperatur abhängig. Je höher die Temperatur ist, desto stärker ist die Strahlung. Eine Infrarotkamera erstellt aus dieser Strahlung ein Bild. Unterschiedliche Temperaturen des untersuchten Objekts erscheinen auf dem erstellten Bild als unterschiedliche Farben. So kann man anhand der Farben die Temperatur der einzelnen Bereiche ablesen. Kalte Bereiche erscheinen als dunkle Farben, warme Bereich erscheinen als helle Farben. Die Temperatur kann neben dem Bild anhand der Farbscala abgelesen werden. Ein gut gedämmtes und beheiztes Gebäude erscheint in der Thermographie in dunklen Farben. Fehlt jedoch in einem Bereich die Dämmung, erscheint die Stelle als roter oder gelber Bereich. Wenn die Außenfläche eines Gebäudes warm ist, bedeutet das Wärmeverlust an dieser Stelle. Thermographie ist deshalb ein immer häufiger eingesetztes Verfahren um die Wärmedämmung an bestehenden Gebäuden zu untersuchen. Die Ergebnisse werden von Gerichten anerkannt.
Was zeigt die Untersuchung von Tropical Island?
Das als Luftschiffhalle konzipierte Gebäude erscheint auf den Thermographie Aufnahmen als schlecht gedämmtes Gebäude mit einer Reihe von Bereichen die über keinerlei Wärmedämmung verfügen. Zudem zeigt die Untersuchung, das die Abluft ohne Wärmerückgewinnung aus der Halle geblasen wird.
Die Gebäudehülle (Bericht Seite 6,7)
Aus den dargestellten Temperaturen der Außenhülle von etwa 0°C und der bekannten Innentemperatur kann der Wärmeleitwert der Hülle berechnet werden. Dieser Wert entspricht dem einer ungedämmtem Ziegelwand. Für eine Folie ist dies ein recht guter Wert (k=2). Stand der Technik für eine beheiztes Gebäude ist es allerdings nicht. Die aktuelle Gesetzeslage verlangt eine wesentlich bessere Dämmung.(k=0,3)
Die Tragkonstruktion (Bericht Seite 8,9,20)
Die Folienhülle der Halle ist über eine Stahlkonstruktion gespannt. Das Metall leitet die Wärme noch besser nach Außen als die Folie. Deshalb erscheinen die Bauträger auf den Außenaufnahmen als gelbe senkrechte Streifen. Hier ist der Wärmeverlust besonders hoch. Auf den Aufnahmen der Innenseite erscheinen schwarze Streifen. Die Bereiche sind deutlich kälter als der übrige Innenraum. Die Wärme entweicht hier ungehindert nach Außen, so das die Träger nicht erwärmt werden können.
Fenster, Türen (Bericht Seite 10,34)
Fensterrahmen und Türen bestehen ebenfalls aus Metall und zeigen ähnliche Temperaturen wie die Bauträger. Eine Dämmung ist nicht vorhanden.
Die Lüftung (Bericht Seite 14)
Das einfache Foto mit normaler Camera zeigt einen großen aber unscheinbaren Kasten. Dem Besucher strömt hier ein kontinuierlicher starker und warmer Luftstrom entgegen. Die Thermographie zeigt eine Temperatur von über 20 Grad an. Hier entweicht die Abluft aus der Halle ohne Wärmerückgewinnung in die Umwelt.
Die „Wandheizung“ (Bericht Seite 21)
Die Thermographien zeigen an der Hallenwand befestigte flache Heizkörper. In der Position ist der Effekt für die Besucher gering. Diese Heizkörper erwärmen die Außenwand um die Bildung von Kondenswasser zu verhindern. Eine Dämmung der Außenwand würde die Bildung von Kondenswasser ebenfalls verhindern und die Wandheizung überflüssig machen.
Die „Fensterfläche“ (Bericht Seite 23)
Dieser Bereich ist lichtdurchlässig um den Pflanzen in der Halle eine Existenz zu ermöglichen. Die transparenten Flächen bestehen aus Folienkissen. Die Thermographie zeigt, das die Fenster auf der Innenseite kälter sind als die anderen Innenwände. Aus den Fenstern entweicht also mehr Wärme als aus den Bereichen, die mit der undurchsichtigen Folie bespannt sind. Die für den Bäderbetrieb eingefügten Fensterflächen haben also den Wärmeverlust der Halle erhöht.