
Problem erkannt, Dimension verkannt
Der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, AXEL VOGEL, hat das Festhalten der Landesregierung an der Braunkohleverstromung ungeachtet der Warnungen des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) als hochgradig fahrlässig bezeichnet. "Ministerpräsident Platzeck erkennt zwar das Problem des Klimawandels, seine Dimension scheint er jedoch nicht wahrhaben zu wollen", sagte er anlässlich des heutigen Gesprächs Patzecks mit dem PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber. "Die Braunkohleverstromung ist Hauptursache des hohen CO2-Ausstoßes in Brandenburg. Der Ausstieg daraus muss jetzt vorbereitet werden."
Hoffnungen, den CO2-Ausstoß in der entscheidenden nächsten Dekade durch so genannte "Cle-an-Coal"-Technologien maßgeblich zu senken, bezeichnete AXEL VOGEL als illusorisch. "Die Technologie gibt es noch gar nicht. Kleinere und mittlere Versuchsanlagen sind erst in Planung."
"Selbst wenn es - wie von Vattenfall propagiert - gelänge, diese Technologie bis 2012 hierzulande erfolgreich einzusetzen, wäre der Einsparungseffekt marginal." Die in Brandenburg geplante 30-Megawatt-Versuchsanlage könnte ab 2013 jährlich höchstens 250.000 Tonnen CO2 abtrennen. Bis dahin wird allein das benachbarte Braunkohlekraftwerk Jänschwalde jährlich die hundertfache Menge CO2 - 25 Millionen Tonnen - in die Atmosphäre ausstoßen." Bis zur Inbetriebnahme der Versuchsanlage sind das 125 Millionen Tonnen. Bis zur erhofften Marktreife der Technologie in 2018 250 Millionen Tonnen.
"Die erschlossenen Lausitzer Tagebaue werden im Jahr 2032 erschöpft sein. Es ist angezeigt, aller-spätestens zu diesem Zeitpunkt vollständig aus der Braunkohleverstromung auszusteigen. Mit die-ser dringend gebotenen politischen Festlegung erhielte die Elektrizitätswirtschaft den notwendigen Impuls für den vollständigen Umstieg auf regenerative Energien."
Tobias Arbinger, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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